REISETIPP – N/a’an ku sê Lodge & Wildlife Sanctuary

Allein der Name lässt bereits vermuten, dass diese Lodge Besonderes zu bieten hat. „Gott wacht über uns“ lautet die Übersetzung aus der Sprache der Buschmänner. Freundlich und noch ein wenig schüchtern begrüßt uns ein junger Buschmann am Eingangstor der Lodge, die nur 42 km östlich von Windhoek auf halbem Weg zum internationalen Hosea Kutako Flughafen versteckt in der hügeligen Savannenlandschaft liegt. Ende 2007 verwirklichten die bekannte namibische Naturschützerin Marlice van Vuuren und ihr Mann Rudie mit Hilfe weiterer Investoren einen lang gehegten Traum – die Errichtung einer luxuriösen Lodge inmitten eines privaten Wildschutzgebietes, in welchem vorwiegend Buschmänner beschäftigt werden.

„Gerade für die San ist es schwierig, eine feste Anstellung im Tourismus zu finden, da sie nur selten Englisch sprechen. Wir wollen ihnen hier die Möglichkeit geben, in eine gesicherte Zukunft hinein zu wachsen“, erzählt uns Marlice beim Abendessen im Haupthaus der architektonisch interessant gestalteten Lodge. Gemeinsam mit dem Architekten hat sie moderne Elemente aus Glas, Edelstahl und Beton mit klassischen Materialien wie Holz und Stein kombiniert und so eine ästhetische Harmonie zwischen Natur und Kunst geschaffen. Durch große Glastüren wird der angenehme Kühle ausstrahlende Raum unter der hohen Rieddachkuppel von allen Seiten vom Licht durchflutet. Wir sitzen an schweren Holztischen auf bequemen Stühlen mit Rückenpolstern aus Straußen- und Schlangenlederimitat und genießen einen hervorragenden Pinotage, den uns die preisgekrönte Küchenchefin Rhona Strauss aus der umfangreichen Weinliste zu ihrem exquisiten 3 Gang-Dinner empfohlen hat.
Das Restaurant, der Pool und die sechs ebenso ungewöhnlich wie luxuriös ausgestatteten Bungalows liegen auf einer felsigen Anhöhe oberhalb des Otjihase Riviers mit weitem Blick über die Savanne. Alle Zimmer sind mit Klimaanlage, Dusche, Telefon und drahtlosem Internetzugang ausgestattet. Auf dem Weg dorthin begegnet uns ein Warzenschwein und erinnert uns daran, dass nicht nur verschiedene Antilopenarten im 1.800 Hektar großen Wildschutzgebiet frei umherstreifen. In elektrischen eingezäunten Camps befinden sich die eigentlichen Attraktionen der Lodge, zu deren Fütterung uns die Buschmänner Bulon und Salomon am nächsten Morgen nach einem umfangreichen Frühstück mit frischen Früchten und lecker zubereiteten Omeletts begleiten. Paviane, Wildhunde, Geparden, Leoparden und Löwen, meist als verwaiste Jungtiere von Marlice mit der Flasche aufgezogen, haben hier ein dauerhaftes Zuhause gefunden. Auf einem der ausgeschilderten Wanderwege machen wir am Nachmittag einen ausgedehnten Spaziergang mit einer Gruppe junger Wüstenluchse, die im wenige Kilometer entfernten Haus von Marlice und Rudie wohnen. Wer es weniger anstrengend mag, kann das Gebiet mit einem elektrisch angetriebenen Golfwagen, ausgerüstet mit einer Wegekarte erkunden, und die Geierkolonie an der Grenze zur Nachbarfarm besuchen.

Freiwillige Helfer aus der ganzen Welt kümmern sich gemeinsam mit den angestellten Buschleuten um die vielen Tiere im Wildschutzgebiet. Finanziert mit den Einnahmen der Lodge werden kranke und verletzte Raubtiere gepflegt, mit dem Ziel, sie in geeigneten Landesteilen wieder in die Freiheit zu entlassen. Interessierten Investoren bietet das Management die Möglichkeit, einen eigenen Bungalow auf der Farm zu errichten, und diesen bei persönlicher Abwesenheit an Gäste zu vermieten. Wer sich am Projekt beteiligen will, muss sich allerdings beeilen, denn nur wenige der 21 ausgewiesenen Plätze stehen noch zur Verfügung. Ein Gästehaus in Windhoek, eine Autovermietung für Allradfahrzeuge und die kurzen Transfers zum nahen Flughafen und ins Zentrum der Hauptstadt runden das Angebot ab. Es gibt nicht viele Plätze in Afrika, wo man der Zivilisation und der Natur gleichzeitig so nahe ist.